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Dr. Petra Bock
Sie schult Menschen in der Kunst, ihre Berufung zu finden

Dr. Petra Bock, Alter 37, selbstständig seit 2001

Wie heißt Ihre Firma?
Dr. Petra Bock Coaching&Beratung

Wie groß ist Ihre Firma? (Mitarbeiter/Umsatz)
Ich bin im Moment eine One-Woman-Show.

In welcher Rechtsform ist die Firma organisiert?
Einzelunternehmen

Was genau war die anfängliche Geschäftsidee?
Ich wollte Menschen dabei unterstützen, ihre Berufung zu finden und erfolgreich umzusetzen. Dazu wollte ich Einzelcoachings und Seminare anbieten.

Was für ein Angebot an die Kunden hat sich aus der anfänglichen Geschäftsidee entwickelt?
Ich habe genau das gemacht, schreibe jetzt weitere Bücher, halte zusätzlich Vorträge. Ich denke im Moment darüber nach, eine GmbH zu gründen und mich zu vergrößern.

Erzählen Sie uns von den Anfängen Ihres Weges in die Selbstständigkeit: Wann haben Sie den Gedanken an Selbstständigkeit zum ersten Mal gefasst?
Ich war zu Beginn meines Berufslebens kurz angestellt und wurde dann Geschäftsführende Gesellschafterin in der Unternehmensberatung, die mich eingestellt hatte. Nach einiger Zeit war ich durch 7-Tage-Wochen völlig ausgebrannt und entschied mich nach einem doppelten Bandscheibenvorfall für eine erneute Anstellung als Führungskraft in einem Marktforschungsunternehmen. Auch das hat mir auf Dauer nicht die erhoffte berufliche Befriedigung gegeben. Es war langweilig und eintönig, und ich hasste es, meine Lebenszeit an die Ziele eines anderen Unternehmers zu verkaufen, ohne wirklich frei zu sein und an den Erfolgen angemessen partizipieren zu können.

In welcher beruflichen (evtl. auch privaten) Situation waren Sie?
Ich war immer öfter krank, obwohl ich jetzt weniger arbeitete als damals als Geschäftsführerin in der Unternehmensberatung. Mir wurde klar, dass es nicht nur die Art des Arbeitsverhältnisses ist, sondern der Inhalt, der Sinn, der in der Arbeit liegt, für mich ganz ganz wichtig ist. Ich wollte mein eigenes Ding machen. Musste aber erst finden, was mein „Ding“ eigentlich war. Ich habe dann noch mal eine Zwischenstation als Selbstständige bei einem sehr guten Finanzinstitut gemacht und mich zum Financial Consultant ausbilden lassen. Ich wollte zunächst in die Fußstapfen meines Vaters treten, der ein sehr erfolgreicher Vermögensverwalter ist. Habe dann aber auch da nach einigen Jahre gemerkt, dass es wieder nicht „mein Ding“ war, sondern viel mit meiner Familiengeschichte zu tun hatte.

Wie lange hat es bis zur Selbstständigkeit gedauert?
Von der ersten „Eingebung“, selbstständig zu sein und Bücher zu schreiben bis zur Kündigung und erneuten Selbstständigkeit sind 8 Monate vergangen. Dann habe ich noch mal eineinhalb Jahre gebraucht, bis ich mich voll und ganz auf meine wirkliche Berufung, das Coachen, Beraten und Trainieren konzentriert habe.

Wie lange hat die konkrete Planungsphase gedauert?
Die konkrete Planungsphase hat ein halbes Jahr gedauert.

Wie lange hat es gedauert, bis Sie zum ersten Mal den geplanten/erhofften Minimal-Umsatz erreicht hatten?
Wieder ein halbes Jahr. Dann ging es aber über viele Empfehlungen und Auftritte in Rundfunk und Fernsehen schnell aufwärts.

Was hat den Ausschlag für den Schritt in die Selbstständigkeit gegeben?
Ich habe mir schon als Studentin nicht vorstellen können, eines Tages für den Rest meines Berufslebens um 9:00 Uhr irgendwo hin zu müssen und um sechs oder sieben oder sogar später da erst wieder rauszukommen. Die freie Einteilung meiner Zeit liegt mir seit ich denken kann sehr am Herzen. Ich bin auch kein Mensch für Hierarchien, mag es nicht, wenn mir jemand sagt, was ich tun und lassen soll. Ich habe auch irgendwann keine Lust mehr gehabt, für die Karriere-Ziele anderer Menschen zu schuften und im Notfall dafür verheizt zu werden. Da ich viel von mir selbst verlange, hatte ich immer wieder das Gefühl, dass es nicht stimmig ist, meine Leistung gegen ein Gehalt zu verkaufen.
Schließlich fand ich es einfach traumhaft, selbst zu entscheiden, wann ich wie und mit wem arbeite. Das liebe ich bis heute sehr an meiner Selbstständigkeit und kann es mir nicht mehr anders vorstellen. Ich fange immer erst um 10:00 Uhr an und arbeite lieber abends länger. Ich habe wunderbare Klienten und Kunden, tolle Kollegen auf Augenhöhe und bin meine eigene Herrin. Jeden Tag kann ich meine Visionen weiter entwickeln und mir aussuchen, mit wem ich etwas verwirklichen will. Herrlich!!!

Welche Ihrer Charakterstärken haben Ihnen in der Anfangsphase geholfen? Welche Charakterstärken haben geholfen, bis heute den Weg der Selbstständigkeit durchzuhalten?
Ich liebe Herausforderungen, glaube sehr an das, was ich wirklich kann und weiß, dass ich meinen Klienten und Kunden einen echten Nutzen bringe. Der Glaube an mich selbst als Person und mein Angebot waren für mich entscheidend. Ich sah auch deutlich, dass es einen echten Bedarf für das Thema gab und hatte selbst erfahren, was es heißt, im falschen Berufsleben zu stecken. Ich glaubte also an mich, mein Angebot und den Bedarf dafür in der Welt da draußen.
Wichtig war auch: Ich vergleiche mich bis heute nicht mit anderen. Zumindest nicht in einem destruktiven Sinne. Ich hole mir gerne Anregungen von anderen guten Kolleginnen und Kollegen, habe aber keine Angst vor Konkurrenz. Mein wichtigster Glaubenssatz dazu ist: Es ist genug für alle da. Je mehr gute Coaches tolle Arbeit machen, desto leichter wird es auch für mich, mein Angebot erfolgreich auf den Markt zu bringen. Ich glaube, enges, neidisches Wettbewerbsdenken ist für mich zerstörerisch. Manche Menschen – ich habe gehört, vor allem Männer – scheint es sehr zu motivieren, mich motiviert es gar nicht. Für mich ist der Gedanke der Kooperation deutlich befriedigender und erfolgreicher.

Welche Ihrer Talente haben beim Weg in die Selbstständigkeit geholfen?
Ich denke, ich konnte schon gut kommunizieren – mündlich und schriftlich- als ich in die Selbstständigkeit ging. Meine Persönlichkeit war sehr wichtig für meine Glaubwürdigkeit als Coach. Dass ich gut schreiben konnte, war die Voraussetzung dafür, mit „Die Kunst, seine Berufung zu finden“ ein gutes Buch zu schreiben. Ich hatte schon vorher als Wissenschaftlerin an der Uni und als Unternehmensberaterin Bücher veröffentlicht. Das kam mir auch zu Gute. Ich hatte damals auch schon Erfahrung im Coaching von Führungskräften. Es gab nichts, was vollkommen neu für mich war. Ich legte nur einen anderen, ganz persönlichen Fokus auf die Dinge und machte daraus mein ureigenes Projekt. Dann habe ich bereits früh wirklich professionellen Rat geholt. Ich habe mich u.a. von Sabine Asgodom coachen lassen, habe mir Berater und Seminare geleistet. Das ist sehr, sehr wichtig gewesen.

Woher kam das Geld zum Leben in der Anfangszeit, bevor Sie erstes Geld in der Selbstständigkeit verdient haben?
Ich habe monatlich einige Tage als Trainerin an meine alte Unternehmensberatung verkauft und mich damit finanziert. Das war schon eine selbstständige Tätigkeit, aber ich musste noch nicht eigenständig Kunden akquirieren und kam gut über die Runden bis mein eigenes Geschäft gut lief.

Hatten Sie Ratgeber (Menschen/Firmen/Bücher/Computerprogramme)? Welche waren besonders wichtig?
Ja, Bücher: Eigenlob Stimmt! Von Sabine Asgodom. Das war wichtig für das Thema „fokussierter und selbstbewusster Auftritt“. Dann jede Menge Fachliteratur zum Thema Coaching und Beratung und Existenzgründungsbroschüren z.B. von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Befreundete Diplomkaufleute gaben mir viele wichtige Tipps, und dann war noch meine Steuerberaterin wichtig. Ein sehr wichtiger Punkt war ein Coaching bei Sabine Asgodom, die mir geholfen hat, mein wahres Potenzial einzuschätzen.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie beim Schritt in die Selbstständigkeit? Welche Veränderungen/Probleme gab es?
Herausfordernd war das anfängliche Bangen, ob genug Geld hereinkommt. Wichtig für mich war auch, zu entscheiden, ob ich ein eigenes Coaching-Büro brauche – also die Frage, wie weit ich mich bereits zu Beginn professionalisieren musste. Ich war da manchmal bange, hatte Angst, zu viel zu investieren und zu wenig zu verdienen. Heute gibt es das Thema Wochenendarbeit. Ich muss mich dann sehr disziplinieren, mir als Ausgleich für einen Arbeitssamstag einen Wochentag in der Folgewoche zu nehmen.

Wie oft haben Sie gedacht: „Es gelingt einfach nicht wie geplant, ich könnte/sollte eigentlich aufgeben“? Warum haben Sie doch nicht aufgegeben?
Kurz bevor mein Buch „Die Kunst, seine Berufung zu finden“ erschien, musste ich ins Krankenhaus und mich einer Operation unterziehen, die nicht einfach war. Ich habe die Korrekturfahnen des Buches im Krankenzimmer überarbeitet und wusste nicht genau, wann ich wieder richtig fit sein würde. Ich hatte Angst, Anfragen zu bekommen und sie aus gesundheitlichen Gründen nicht annehmen zu können. Das hat mich ziemlich belastet. Meinen ersten großen Vortrag in der Berliner Urania, von dem ich schon als Studentin geträumt hatte, musste ich dann tatsächlich absagen, weil es Komplikationen gab. Ich hielt den Vortrag dann ein halbes Jahr später, und er war ein großer Erfolg zum richtigen Zeitpunkt. Das habe ich oft erfahren: Auch schwierige Situationen haben im Nachhinein einen höheren Sinn.

Welche Ängste hatten Sie auf dem Weg/haben Sie bis heute? Wann und warum haben Sie an der Richtigkeit des Weges gezweifelt?
Ich hatte Angst, zum ungünstigen Zeitpunkt krank zu werden oder einfach nicht genug Aufträge zu bekommen. Gezweifelt habe ich nicht, weil ich bereits viel ausprobiert hatte und wusste, dass das der einzige Weg für mich war. Trotzdem hatte ich Angst, dass er sehr steinig werden könnte.

Gibt es etwas, was Sie sich zur Erleichterung der ersten Schritte gewünscht hätten?
Ein Mentoring von einer erfahrenen Kollegin, einem erfahrenen Kollegen hätte mir bereits am Anfang richtig gut getan. Ich habe sehr im eigenen Saft gekocht und musste mir alles selbst beibringen. Dabei habe ich natürlich auch Lehrgeld bezahlt.

Sind Sie der Meinung, dass es Menschen gibt, die sich eher nicht selbstständig machen sollten?
Ich glaube jeder Mensch, der sich selbstständig macht, muss ein konstruktives Verhältnis zu seinem inneren Kritiker bekommen. Der ist meistens ein Sicherheitsfanatiker und verhindert, dass man kühne und gute Entscheidungen trifft. Wer seinen inneren Kritiker aber zu einem guten inneren Berater gemacht hat, kann getrost in die Selbstständigkeit gehen.
Ein Hindernis sehe ich: Wer sein Berufsleben nicht ernst nimmt und sich eigentlich als reiner Privat-/Familienmensch sieht, sollte nicht zu große Risiken eingehen und ist vielleicht in einer Anstellung besser aufgehoben.

Gibt es Menschen, die sich unbedingt selbstständig machen sollten?
Ja, definitiv: Menschen, die eine starke Persönlichkeit und eigene Ideen haben. Die werden normalerweise nicht glücklich in vorgegebenen Bahnen. Ich erlebe das z.B. häufig bei Beamten, die ganz starke, kreative Menschen sind und im System klein gemacht werden. Denen tut die frische, freie Luft richtig gut.

Welche Gefahren lauern, wenn sich die ersten Erfolge eingestellt haben?
Bei mir ist es die Gefahr, mich zu stark auf den Beruf zu konzentrieren und am Wochenende in ein „Freizeitloch“ zu fallen. Ich lese dann z.B. wieder keinen Roman, sondern ein Fachbuch, das mit meiner Arbeit zusammenhängt. Ich denke, in einer erfolgreichen Selbstständigkeit ist es ganz wichtig, nicht eindimensional zu werden. Weil ich bereits beruflich sehr viel mit sehr interessanten Menschen zu tun habe, lasse ich Privatkontakte eher schleifen. Das ist nicht gut und rächt sich in Krisenzeiten. Ich muss da immer sehr an mir arbeiten.

Welche positiven Inspirationen hat der Schritt in die Selbstständigkeit gebracht?
Ich bin gesünder, weil ich meinen Rhythmus selbst bestimmen kann. Ich verdiene sehr gut mit den Themen, die mich wirklich interessieren und zu denen ich einen eigenständigen Beitrag leisten kann. Ich habe jeden Tag mit interessanten, tollen Menschen zu tun und blicke in die Gründe und Abgründe des menschlichen Daseins. Die Menschen, die mich gut kennen, hören mich immer wieder sagen: „Ich habe den schönsten Beruf der Welt.“ Das ist einfach klasse. Es gibt keine Angst mehr vor Montagen oder vor dem Ende des Urlaubs. Ich freue mich jeden Tag auf meine Arbeit. In meiner Umgebung werde ich als authentisch und optimistisch wahrgenommen. Das macht mich auch zu einer besseren Zeitgenossin.

Ihre drei Tipps für zukünftige NeugründerInnen

  1. Tue nur das, was Du wirklich willst, was Dich wirklich mit Energie auflädt. Übernimm keine Geschäftsidee, nur weil sie sich gut anhört und Dir Leute raten, das sei ein „Geheimtipp“.
  2. Lass Dich niemals von Konkurrenz abschrecken, sondern davon inspirieren. Würdige Deine MitbewerberInnen als Menschen, die die gleiche Passion wie Du haben und arbeite noch genauer heraus, was Deine ureigene Note ist.
  3. Denke groß, aber denke organisch. Entwickle Dein Geschäft solide, aber mit großen, weiterführenden Visionen. Ein sauberes, gut laufendes Geschäft ist die Grundlage für größere Projekte. Die großen Erfolge kommen meiner Meinung nach aus einem soliden Kerngeschäft, einer wirklich emotionalen Vision und einem organischen, nicht übers Knie gebrochenen Wachstum. Mache Dich nie klein und traue Dich wirklich, große Visionen zu träumen. Und dann mache Dich Schritt für Schritt an ihre Verwirklichung!

 

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Sabine Asgodom
Das Buch für Ihre persönliche Unabhängigkeit
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Das Buch

Petra Bock

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